#Dämmstoffe 19. März 2026

Schadstoffe im Altbau: Warum falsche Annahmen teuer und gefährlich werden können

Schadstoffe in Dämmstoffen

Wer ein Gebäude saniert, denkt oft zuerst an neue Oberflächen, moderne Technik und frisches Design. Doch die eigentliche Herausforderung liegt häufig im Verborgenen: Schadstoffe, die in vielen Bestandsgebäuden stecken – insbesondere in Objekten, die vor 1995 errichtet wurden.

Asbest, künstliche Mineralfasern (KMF), PCB oder PAK sind keine Seltenheit. Problematisch wird es dann, wenn Bauherren oder Ausführende sich auf veraltetes Wissen oder verbreitete Irrtümer verlassen. Genau hier setzen wir an und räumen mit den häufigsten Fehleinschätzungen auf.

Schadstoffe in Dämmstoffen

Irrtum: „Schadstoffe erkennt man sofort“

In der Praxis ist das Gegenteil der Fall. Viele belastete Materialien sehen völlig unauffällig aus. Asbesthaltige Platten, PAK-belastete Kleber oder Dämmstoffe mit KMF: Für Laien sind sie kaum von unbedenklichen Baustoffen zu unterscheiden.

Eine sichere Bewertung ist daher nur über Proben und Laboranalysen möglich. Wer sich auf den ersten Eindruck verlässt, geht ein unnötiges Risiko ein.

 

Irrtum: „Das betrifft nur sehr alte Gebäude“

Ein weit verbreiteter Denkfehler. Schadstoffe sind nicht ausschließlich in Altbauten aus den 60er oder 70er Jahren zu finden.

Auch Gebäude aus den 1990er-Jahren oder später können betroffen sein vor allem dann, wenn bei Sanierungen ältere Materialien verwendet wurden. Ohne klare Bauhistorie ist eine professionelle Untersuchung deshalb immer sinnvoll.

Altes Gebäude mit Schadstoffen

 Irrtum: „Mit Schutzkleidung kann ich das selbst erledigen“

Der Umgang mit Schadstoffen ist kein DIY-Projekt.

Gerade bei asbesthaltigen Materialien gelten strenge gesetzliche Vorgaben. Arbeiten dürfen ausschließlich von zertifizierten Fachfirmen unter Einhaltung der TRGS (Technische Regeln für Gefahrstoffe) durchgeführt werden.

Schon kleine Fehler bei der Entfernung können dazu führen, dass gefährliche Fasern in die Raumluft gelangen mit erheblichen gesundheitlichen Folgen.

 

 

Irrtum: „Solange nichts beschädigt ist, besteht keine Gefahr“

Diese Annahme klingt logisch, ist aber trügerisch.

Zwar gilt fest gebundener Asbest als weniger riskant, solange er intakt ist. Doch Alterung, Witterung oder Erschütterungen können dazu führen, dass Fasern freigesetzt werden und das oft unbemerkt.

Die einzige verlässliche Sicherheit bietet eine fachgerechte Untersuchung durch ein zugelassenes Labor.

 

Fazit: Wissen schützt – Annahmen nicht

Eine Sanierung beginnt nicht mit dem Abriss, sondern mit einer fundierten Einschätzung des Bestands. Wer Risiken unterschätzt oder falsche Annahmen trifft, gefährdet nicht nur die Gesundheit, sondern auch den gesamten Projektverlauf.

Eine professionelle Schadstofferkundung schafft Klarheit – und ist die Grundlage für eine sichere, wirtschaftliche und nachhaltige Sanierung.

 

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