#Schadstoffe 25. Januar 2026

Unsichtbare Belastungen: Wann Gebäude zur Gesundheitsgefahr werden können

Ältere Gebäude punkten oft mit Substanz, Charakter und Geschichte. Gleichzeitig bergen sie ein Risiko, das auf den ersten Blick nicht erkennbar ist: In Bauteilen wie Böden, Decken oder Wandaufbauten können sich Stoffe befinden, die heute als gesundheits- und umweltschädlich gelten.

Gerade bei geplanten Umbauten, Sanierungen oder Rückbauarbeiten ist es entscheidend, mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen. Dieser Beitrag zeigt typische Warnsignale auf und erklärt, weshalb fachliche Expertise dabei unverzichtbar ist.

Weshalb Altbauten besonders kritisch sind

Vor allem Gebäude, die vor Mitte der 1990er-Jahre errichtet wurden, enthalten häufig Materialien, die nach heutigen Standards problematisch sind. In der Vergangenheit standen andere Kriterien im Vordergrund – etwa Haltbarkeit, Brandschutz oder einfache Verarbeitung.

Typische Schadstoffe aus dieser Zeit sind unter anderem:

  • Asbest, z. B. in Bodenbelägen, Dämmungen oder Dacheindeckungen
  • Künstliche Mineralfasern (KMF) in älteren Dämmstoffen
  • PCB in Anstrichen sowie elastischen Fugendichtungen
  • PAK in Klebern, Abdichtungen und teerhaltigen Produkten

Was früher als innovativ galt, stellt heute ein ernstzunehmendes Risiko dar.

Warnzeichen, die nicht ignoriert werden sollten

Woran lässt sich erkennen, ob ein Gebäude belastete Materialien enthält? Diese typischen Hinweise sollten aufmerksam machen:

Ob ein Gebäude belastete Baustoffe enthält, lässt sich nicht immer sofort erkennen. Bestimmte Merkmale sollten jedoch aufmerksam machen:

Gebäudealter als erster Hinweis
Bauten, die vor 1995 entstanden sind, weisen statistisch ein deutlich höheres Risiko auf. Besonders häufig betroffen sind Objekte aus der Nachkriegszeit sowie aus der DDR-Bauphase.

Auffällige Materialien und Oberflächen

  • Wellförmige Platten an Dach oder Fassade können asbesthaltig sein.
  • Dunkle, bitumenartige Kleberreste unter alten Fußböden deuten häufig auf PAK hin.
  • Alte, faserige Dämmstoffe, die Hautreizungen verursachen, können KMF enthalten.

Schäden an Bauteilen
Wenn Materialien rissig, brüchig oder stark verwittert sind, steigt die Gefahr, dass gesundheitsgefährdende Fasern oder Stäube freigesetzt werden – mit unmittelbaren Auswirkungen auf die Raumluft.

Auffällige Gerüche bei Arbeiten
Chemische oder stechende Gerüche während des Rückbaus alter Materialien können ein Hinweis auf Schadstoffe oder Lösungsmittel sein.

 

Warum Gefahren oft unentdeckt bleiben

Ein großes Problem: Viele belastete Baustoffe sehen harmlos aus. Asbestzement unterscheidet sich optisch kaum von herkömmlichem Beton, und alte Dämmmaterialien ähneln modernen Produkten. Die Gefährdung steckt im Inneren – in der Zusammensetzung, nicht im Aussehen.

Sicherheit durch professionelle Untersuchung

Bevor bauliche Maßnahmen beginnen, sollte stets geprüft werden, ob schadstoffbelastete Materialien vorhanden sind und ob eine Sanierung erforderlich ist.

Eine fachgerechte Vorgehensweise beinhaltet unter anderem:

  • Entnahme von Materialproben und Analyse im Labor
  • Ausarbeitung eines Sanierungs- und Rückbaukonzepts nach TRGS 519 bzw. 521
  • Sachgemäßen Rückbau sowie sichere Entsorgung gemäß geltender Vorschriften

Fazit: Vorsorge schafft Sicherheit

Schadstoffe im Gebäude sind kein Thema für Vermutungen oder Kompromisse. Eine frühzeitige, professionelle Prüfung schützt langfristig:

  • die Gesundheit von Bewohnern und Nutzern
  • die Umwelt
  • sowie Eigentümer vor rechtlichen und finanziellen Risiken

 

Bildnachweis: shutterstock.com

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